Mosaik

Seniorinnen und Senioren lancieren Aufruf für ein Nein zur Kündigungsinitiative

Für kommende Generationen erhalten, was wir uns hart erkämpft haben

Der Kreis derer, die sich für ein Nein zur Kündigungsinitiative stark machen, wird grösser. Seniorinnen und Senioren aus dem Umfeld von Operation Libero und Persönlichkeiten, die lange Jahre auf der Bühne der nationalen Politik standen, rufen gemeinsam dazu auf, nicht zu vergessen, was uns das europäische Projekt gebracht hat. Die Initiative setze leichtfertig aufs Spiel, was in den letzten Jahrzehnten hart erkämpft wurde, halten sie in ihrem Aufruf [LINK, siehe unten] unter dem Titel «Vergesst nicht!» fest. Es brauche ein Nein zur Kündigungsinitiative (aka Begrenzungsinitiative), um diese Errungenschaften für kommende Generationen zu bewahren.

70 Jahre Europa – das sind 70 Jahre Frieden, 70 Jahre Freiheit. Seniorinnen und Senioren, die erlebt haben, was in diesen 70 Jahren erreicht wurde, melden sich nun im Abstimmungskampf zu Wort. In einem Online-Aufruf unter dem Titel «Vergesst nicht» erinnern sie daran, was das europäische Projekt, das vor 70 Jahren lanciert wurde, Europa und der Schweiz gebracht hat. Sie nennen darin vor allem die würdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die dank dieses Projekts erreicht wurden. Und sie laden Menschen jeden Alters und aus allen Landesteilen und allen Bereichen der Gesellschaft ein, sich ihrem Aufruf anzuschliessen.

Mitgetragen wird der Aufruf auch von zehn Persönlichkeiten, die lange ein Amt in der nationalen Politik innehatten und jetzt unter den Erstunterzeichnenden sind:

  • Joseph Deiss, alt Bundesrat CVP/FR
  • Cécile Bühlmann, alt Nationalrätin Grüne/LU
  • Rosmarie Dormann, alt Nationalrätin CVP/LU
  • Ursula Haller, alt Nationalrätin BDP/BE
  • Trix Heberlein, alt Ständerätin und alt Nationalrätin, FDP/ZH
  • François Lachat, alt Nationalrat, CVP/JU 
  • Dick Marty, alt Ständerat, FDP/TI
  • Lili Nabholz, alt Nationalrätin, FDP/ZH
  • Monika Weber, alt Ständerätin ZH
  • Rosmarie Zapfl, alt Nationalrätin CVP/ZH

Ziel des Aufrufs ist es, möglichst viele Menschen daran zu erinnern, was auf dem Spiel steht, wenn die Position der Schweiz in Europa durch eine Kündigung der Personenfreizügigkeit und damit aller bilateralen Verträge I geschwächt würde. Die Initiative der SVP und der AUNS sei leichtsinnig und verantwortungslos. Es brauche ein Nein am 27. September, um für kommenden Generationen zu bewahren, was in ihrer Lebenszeit erkämpft worden sei, halten die Seniorinnen und Senioren fest.

Weiter weisen die Seniorinnen und Senioren in ihrem Aufruf darauf hin, dass das Schweizer Volk habe in den letzten Jahrzehnten immer wieder gesagt habe, dass es den bilateralen Weg mit der Europäischen Union (EU) gehen wolle. Insgesamt sechsmal habe es diesen eigenständigen Weg der Schweiz an der Urne bereits gutgeheissen. Am 27. September brauche es ein siebtes Mal, und zwar ein deutliches Nein zu dieser Initiative, damit klar sei: Mit dieser Politik muss jetzt einmal Schluss sein. Es braucht eine neue Ära, für die nächsten Generationen.

Die jüngste Umfrage zeigt, dass die Ablehnung dieser Initiative in der Altersklasse Ü65 am deutlichsten ist - in der Altersgruppe also, die selbst erlebt hat, was das europäische Projekt dem Kontinent brachte und das jetzt für kommende Generationen bewahren will. Der Aufruf gibt dieser Gruppe eine Stimme.

Die Seniorinnen und Senioren hinter dem Aufruf stammen aus dem Umfeld von Operation Libero, in dem sich immer mehr auch ältere Menschen engagieren. Sie unterstützen die Bewegung vor allem auch deshalb, weil sie dort die Werte wiederfinden, die den Liberalismus ausmachte, den sie selber in früheren Zeiten geschätzt haben: Humanismus, Offenheit, Zukunftsglaube und Lösungsorientierung.

Guido Balmer
Leiter Kommunikation Kampagne gegen die Kündigungsinitiative