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Europa: Hier bin ich Mensch

Operation Libero lanciert Kampagne gegen die Kündigungsinitiative

Reale Menschen, wahre Geschichten, europäische Freiheit als Lebensrealität: Heute hat Operation Libero ihre Kampagne gegen die Kündigungsinitiative mit einer virtuellen Vernissage und persönlichen Porträts lanciert. Die liberale Bewegung setzt in ihrer Kampagne auf ein Europa der Menschen und bekämpft den Abbau von freiheitlichen Errungenschaften. Über 40 Personen haben sich dafür ablichten lassen. Ihre Geschichten will Operation Libero in den kommenden Monaten erzählen. Gleichzeitig wurde das Crowdfunding lanciert, um die Kampagne zu finanzieren: 110 Tage geht es noch bis zur Abstimmung; 110’000 Franken für den Abstimmungskampf sind das Mindest-Ziel. Zudem will man versuchen, mit der Ausstellung auch offline durch die Schweiz zu touren und die Visuals auf Plakate zu bringen.

Wollen wir das europäische Projekt weiterhin mitgestalten? Oder riskieren wir in dieser ohnehin schon schwierigen Beziehung einen Scherbenhaufen? Natürlich ist diese Frage auch wichtig für unseren Wohlstand. Vor allem aber ist sie wichtig, weil das europäische Projekt für eine zentrale Idee steht: die Würde des Menschen – und damit notwendigerweise auch die Freiheit des Menschen.

Das europäische Projekt ist im Kern ein humanistisches Projekt: Kein Mensch ist nur Arbeitgeberin oder Arbeitnehmer; kein Mensch ist nur Konsumentin oder Verkäufer; kein Mensch nur Schweizerin oder Ausländer, Einwanderer oder Auswanderin. Wir sind nicht bloss Ameisen eines Volkes, Glied einer Nation oder einer Ethnie, nicht bloss Untertanen und nicht bloss Produktionsfaktoren. Wir sind vieles. Wir sind Mensch.

Für die Kampagne machte sich Operation Libero auf die Suche nach Menschen, für welche die Personenfreizügigkeit eine elementare Lebensrealität darstellt. Gemeldet haben sich die unterschiedlichsten Personen: Handwerkerinnen, Studierende, Rentnerinnen, Unternehmerinnen, Arbeitssuchende, Auslandschweizer, Einwanderer, Auswanderinnen, Rückkehrer, Künstler, Eltern, Geschwister, Paare undundund. Der Zürcher Fotograf Maurice Haas hat diese Menschen mit seiner unverkennbar ehrlichen und ausdrucksstarken Handschrift porträtiert. Zusammen erzählen wir in den kommenden Monaten deren Geschichten.

Die Medienkonferenz fand virtuell statt. Im Online Game “Second Life” hat Operation Libero die Ausstellung «Kein Mensch ist nur» eröffnet, in welcher die die von Art Director Micha Rückstein konzipierten Visuals der Kampagne sowie Porträtbilder zu sehen sind. Erstellt hat die virtuelle Ausstellung Urs Brauchli, welcher während des Corona-Lockdowns bereits den Zürcher Club “Kauz” virtuell nachgebaut hatte. Unter diesem LINK ist die Ausstellung der Operation Libero ab sofort öffentlich zugänglich.

Um die Geschichten hinter den Menschen erzählen zu können, hat Operation Libero mit der heutigen Lancierung auch das Crowdfunding gestartet, um die Kampagne zu finanzieren. 110’000 Franken für 110 Tage Abstimmungskampf sind das Minimal-Ziel, die Bewegung will jedoch noch mehr sammeln – um mit der Ausstellung auch offline durch die Schweiz zu touren und die Visuals auf Plakate zu bringen.

Die Kampagnen-Lancierung macht deutlich, um was es der Organisation im Kampf gegen die Kündigungsinitiative geht: um Menschlichkeit und um Grundsätzliches. “Am 27. September geht es nicht nur um unsere Personenfreizügigkeit, nicht nur um die Bilateralen, nicht nur um unsere Wirtschaft, nicht nur um freiheitliche Errungenschaften – sondern auch um unsere Beziehungen in und mit Europa. Denn Europa macht Freiheit zu einer gemeinsamen Realität.» sagt Co-Präsidentin Laura Zimmermann. 

David Caspar, Co-Kampagnenleiter gegen die Kündigungsinitiative ergänzt: “Ulla zum Beispiel wuchs in einer Grenzstadt ennet dem Rhein auf. Ihr jetziger Mann wenige Meter entfernt auf der anderen Seite. Kennengelernt haben sie sich dann in der Schweiz.” Diese und unzählige weitere Geschichten seien ihnen bei den Porträtaufnahmen und im Rahmen der Kampagnen-Vorbereitungen begegnet 

Auch für seinen Co-Kampagnenleiter Renato Perlini, der momentan selbst als temporärer Auslandschweizer in Utrecht lebt, ist der Einsatz gegen die Kündigungsinitiative eine Herzenssache: “Wir wollen ein Europa, in der wir Mensch sein können und eine Schweiz, die Ihren Beitrag zum Europäischen Projekt leistet.”Bei der berechtigten Kritik an der EU ginge leicht vergessen, dass das Europäische Projekt dem Menschen diene. Menschen wie der pensionierte Arzt Ruedi, der als Flüchtling in die Schweiz kam, haben das am eigenen Leib erfahren.

Laura Zimmermann ergänzt: “Trotz Mängel, trotz humanitärem Versagen der EU: Es ist das europäische Projekt auf das wir im 21. Jahrhundert setzen müssen um die liberale Demokratie gegen den weltweit wachsenden Druck autoritärer Regime verteidigen zu können. Das europäische Projekt darf daher auf keinen Fall geschwächt, oder gar beendet werden. Es muss verbessert werden.”

Doch um unseren Beitrag zu diesem gemeinsame Europa zu leisten, müssen wir unsere Beziehung dazu pflegen. Ob wir das weiterhin wollen oder nicht, ist die Frage, um die sich diese Abstimmung dreht.

Co-Kampagnenleiter Renato Perlini macht klar, warum es am 27. September um eine “Kündigungs”-Initiative geht, die den bilateralen Weg der Schweiz als Ganzes gefährdet: “Die Kündigungsinitiative fordert, nach einer einjährigen Übergangsfrist klipp und klar die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU. So steht es im Initiativtext, ich kann allen für Risiken & Nebenwirkungen empfehlen, diesen genau durchzulesen.” Nach nur 12 Monaten müssen wir gemäss Initiative eine Alternative mit der EU und ihren Mitgliedstaaten verhandeln. Falls das nicht gelingen sollte, was wohl der Fall sein wird, muss die Schweiz die Personenfreizügigkeit automatisch kündigen. “Die Kündigungsinitiative legt damit unsere Freiheiten in Europa mit voller Absicht unter eine Guillotine mit Zeitschaltuhr» sagt Co-Kampagnenleiter David Caspar.

Somit ist klar: Die Initiative will die Personenfreizügigkeit abschaffen – und damit die freiheitlichste und am besten erlebbare aller europäischen Errungenschaften.

Mit einer Annahme der Initiative würde nicht alles Knall auf Fall anders. Aber unsere Beziehungen zu Europa würden wahnsinnig viel mühsamer und bürokratischer werden. Statt ein Recht auf Freiheit zu haben, würden wir zu Bittstellern. Die Schweiz würde ein wenig einsamer. Wir Schweizerinnen und Schweizer würden ein wenig abhängiger. 

Die Initiative steht damit quer zur momentanen Lebensrealität: “Unsere Lebens-, Arbeits- und Beziehungsräume machen schon längst nicht mehr an unseren Grenzen halt”, sagt Laura Zimmermann. “Wie es sich anfühlt, unsere Freiheiten in diesen Räumen einzuschränken, das wurde uns durch Corona schmerzlich aufgezeigt.”

Renato Perlini
Co-Kampagnenleiter gegen die Kündigungsinitiative

David Caspar
Co-Kampagnenleiter gegen die Kündigungsinitiative

Laura Zimmermann
Co-Präsidentin

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Virtuelle Ausstellung in 360-Grad

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